Paradies…mit Schattenseiten

Schönes Mecklenburg Vorpommern

Anfang Oktober habe ich zwei meiner Lieblingsmenschen in ihrem neuen Zuhause besucht. Die beiden sind von Potsdam nach Mecklenburg Vorpommern gezogen. Aufs Land.

Die einzige „größere“ Stadt, die in der Nähe liegt, ist Güstrow https://www.guestrow.de/, also eher ein „Städtchen“.

Wenn ich noch in Berlin wohnen würde, wäre die Anreise „ein Klacks“ gewesen, vom Ruhrpott aus ist der Reiseweg allerdings schon etwas länger….besonders, wenn man mit der Deutschen Bahn unterwegs ist!!

Die Reise fing schon am Hauptbahnhof Essen mit 70 Minuten Verspätung an, dadurch den Anschlusszug in Berlin verpasst und drei Stunden später mein Ziel erreicht als geplant.

Aber es hat sich gelohnt! Zum einen natürlich, weil ich liebe Menschen endlich mal wiedergesehen habe und zum anderen, weil es wirklich eine wunderschöne Gegend ist, die mich sehr beeindruckt hat.

Highlight ist (für mich) die Nähe zur Ostsee. In nicht mal 40 Minuten ist man direkt am Strand, im schönen Ostseebad Kühlungsborn https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BChlungsborn

Und bei wirklich traumhaften Wetter war es herrlich, die frische Seebrise zu geniessen und einen schönen Tag an der See zu verbringen.

Der nächste Tag war dann dem kleinen, aber feinen Städtchen Güstrow gewidmet. Herrliche alte Bauten, schön restauriert, kleine Gäßchen und malerische Winkel. Natürlich gibt es auch ein Schlößchen, was aber derzeit restauriert wird und deshalb leider komplett hinter einem Baugerüst verschwindet. Ein guter Grund also, im nächsten Jahr wiederzukommen und die vollendete Restaurierung anzuschauen:-)

Der alte Gutshof, der das neue Zuhause für die Beiden geworden ist, ist ebenfalls im Laufe der Vorjahre mit viel Arbeit und Liebe restauriert worden und liegt mitten in der Natur, ca. 15. Kilometer von Güstrow entfernt. Die nächsten Nachbarn wohnen in mehreren Kilometern Entfernung.

Ein wahres Paradies für die Tiere, die auf dem Hof leben. Es gibt Katzen, Schafe, Meerschweinchen, Federvieh und natürlich drumherum jede Menge Wildtiere….Rehe, Füchse, Wildschweine, sind keine Seltenheit hier und leben quasi vor der Haustür.

Menschen leben hier auch:-) zwei Generationen Familie und es scheint gut zu funktionieren:-)

Und doch gibt es Schattenseiten….also für mich:-)…..ich bin ehrlich, mir wäre es zuuuu einsam…Dagegen ist ja „meine Insel“ La Palma dicht besiedelt:-)

Ich lebe im Ruhrgebiet auch eher ländlich und finde es toll, in zwei Minuten um die Ecke im Naturschutzgebiet zu sein, aber es gibt eben auch Infrastruktur hier. Ich laufe ca. 15. MInuten zum Einkaufen, komme gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu Arbeit, Freunden und Biergarten. Oder der Weg in die „große Stadt“ ist nicht wirklich weit, wenn mir mal – wenn auch selten – nach Shopping zumute ist oder ein Arztbesuch sein muss. Das gleiche gilt auch für La Palma (wenn nicht gerade der Vulkan spuckt).

Das ist auf dem Hof komplett anders. Die nächste Gelegenheit zum Einkaufen ist Güstrow. Alles lässt sich schließlich auch nicht selbst anbauen🙂 Und Anbau und (Apfel)-Ernte ist harte Arbeit:-)

Ein Bus fährt nur zweimal am Tag…Der Schulbus!!! Wenn man als Erwachsener mitfahren möchte, muss man sich vorher anmelden. Wer kein Auto hat, ist aufgeschmissen…..nicht gerade im Sinne von Klimaschutz!….aber die Menschen hier habe gar keine andere Wahl.

Noch ein Schatten ist die grottenschlechte Internetverbindung. Also das mit dem „überall in Deutschland zur Verfügung stehende Glasfaserkabel“ ist definitiv noch ausbaufähig:-). Homeoffice oder „mal was bei Google suchen“, ist hier eher Wunschdenken.

Es gibt keine Taxen, kein Lieferando, keine Kneipe, keinen Dorfladen, keinen Arzt….nix…nur Wald, Wiesen, Felder und Seelandschaften….aber das dafür um so traumhafter:-)….

Mein Fazit: wunderschöne Gegend, nette Menschen, glückliche Tiere und ein Ort, den ich gerne immer mal wieder besuchen werde. Im Urlaub:-)

9 Kommentare zu „Paradies…mit Schattenseiten

  1. Das ist ganz ähnlich wie in weiten Teilen Brandenburgs, wo ich herkomme. Und ich kann dir sagen, dass ich das aus meiner Kindheit völlig anders in Erinnerung habe. Da hatte jedes kleine Dorf einen Tante-Emma-Laden, der Bus fuhr regelmäßig mehrmals am Tag für alle, da es gar nicht so viele private Autos gab, Und Bahnstrecken gab es auch mehr als jetzt. Das wurde alles nach 1989 zurückgebaut.

    Aber wie du das schon so richtig schreibst, man muss wissen, was einem wichtig ist, und sich dann für ein Leben entscheiden. 🙂 Hauptsache glücklich, wo ist egal!

    1. Hallo Corinna, ja, Deine „alte Heimat“ Brandenburg liebe ich auch sehr, habe dort auch einige Jahre gelebt, im schönen Potsdam…und genau, man kann viele Heimaten in sich tragen, und selbst, wenn man sich für eine dauerhaft entschieden hat, kann man die anderen Heimaten ja immer besuchen:-) Liebe Grüße in Deine „heutige Heimat“….dort war ich leider noch nie, aber so wie Du es immer beschreibst, stelle ich mir diese auch sehr sehr schön vor:-) Danke für Deinen Besuch bei mir:-) LG Corinna

  2. Kannst du möwisch? Hast du verstanden, was die Möwe aus der ersten Galerie erzählt. – Die andere auf der sauberen weißen Lampenkugel gefälllt mir auch. Hier in Berlin habe ich mal solche Lampen fotografiert, die waren fast schwarz vor Dreck.

    1. Hallo Liebe Clara, also fließend spreche ich „Möwisch“ nicht, aber die Möwe oben auf der Lampe hat mich aus ihrer genialen „Position“ ziemlich belächelt:-) und die unten hat gesagt: „Da staunste, was?“…..oder sowas in der Art:-) Ja, ich fand den Strand und den ganzen Ort sehr sauber…trotz der vielen Menschen war alles sauber und gepflegt und es gab keinen Müll am Strand…was ich sehr gut fand:-) Liebe Grüße nach Berlin, Corinna

  3. Dort war ich auch einmal für ein paar Tage – vor mehr als 25 Jahren.
    Man nennt Güstrow ja auch die Barlachstadt, weil man dort Barlachs „Schwebenden“ im Dom betrachten kann.
    Die kleinen Häuser der Stadt sind heute bestimmt bunter und schöner als damals.
    MeckPomm überhaupt ist sehr schön.
    🙂

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